Typecheck: Ikea wechselt von Futura zu Verdana.

03 Sep

von am 03.Sep 2009, in der Kategorie Sonstiges



Typecheck: Ikea tauscht Futura mit Verdana



Ein Aufschrei geht durch die Typographengemeinde. Seit 16 Jahren hat Ikea seine Schriftart von der althergebrachten Futura-Familie gegen eine Webschrift — Verdana — getauscht.

Es ist von "Font War", "Werteverlust" und "Paradigmenwechsel" die Rede. Doch ist dies wirklich so schlimm? Apfelkuh.de macht einen kleinen Test.

Der Wechsel von der nahezu kugelrund freundlichen Futura zu der eher verkrümmten Verdana ist auf jeden Fall mti einem enormen Look&Feel-Wechsel verbunden. Doch was könnte man positives zur Verdana in Ikea's CI sagen?
Die Höhen können es nicht sein. Ikea verkörpert ein eher freundschaftliches und lockeres Verhältnis zum Kunden. Die Oberlänge der Futura is hoch und erzeugt so ein sehr angenehmes und offenes Schriftbild.
Ebensowenig die Punzen und Bögen. Rund ist freundlich und behütend. Das ist biologisch in der Psyche des Menschen festgelegt. Runde Formen verkörpern das Weibliche, das Mütterliche. (Ebenso Wohlbefinden). Auch hir kann die Verdana mit ihren eher D-förmigen Punzen wenig Punkten.
Die Wirkung der Schrift kann es kaum sein. Ikea steht für gerade, unkomplizierte Lösungen. Das vrkörpert eine Schriftart durch die Geradlinigkeit der Strichführung.

Was ist es also, was die Ikea-Designer dazu brachte, sich für diese "billig aussehende Schrift" zu entscheiden?

  • "Billig aussehen" könnte "günstig sein" suggerieren
  • Die Schrift kann sowohl im Web als auch im Print ohne weiteres genutzt werden, was den Wiedererkennungsgrad steigert.
  • Dank der großen Gemeinhöhe (x-Höhe) der Verdana ist sie sogar in kleinen Schriftgrößen noch gut lesbar.

Was sich nun wirklich im Kopfe der Designer zugetragen hat, ist ein Rätsel, doch wie bereits die "Süddeutsche Zeitung" nach Otl Aiser so schön zitierte:

nicht in der Kunst, sondern in der Kommunikation [liegt das Wesen der Typographie]

In diesem SInne ist der Wechsel wohl legitim, denn "Lesbarkeit ist kein Tabu-Bruch" (Süddeutsche Zeitung 03.September 2009, S.11 "Aufruhr im Buchstabenland: Ikea feuert die Futura")

Ähnliche Artikel:

:, trackback it! (copy link target...)
add to del.icio.us   Add to Blinkslist   add to furl   Digg it     Stumble It!     add to simpy   seed the vine       TailRank   post to facebook

Über Manuel Graf

Manuel Graf ist Mediengestalter für Digital- und Printmedien bei iBusiness.de. Er arbeitet seit 6 Jahren mit Photoshop, HTML und CSS und hat sich seit 2 Jahren Kentnisse in Sprachen wie Javascript, Actionscript 3.0, BOIL, PHP, Ruby oder Python angeeignet.

Kommentare

2 Comments for this entry

  • Manu

    hmm… also davon abgesehen, dass die futura einer meiner lieblingsfont ist, finde ich es nicht unbedingt so schlimm, die typo für textpassagen zu ändern.

    ikea hatte wahrscheinlich den wunsch, einfach was zu verändern und was neues zu machen, nur leider ging das mit der verdana ziemlich in die hose.

    ich glaube nicht, dass das die entscheidung von designern war.

    (und davon abgesehen fand ich das CD von ikea schon immer scheiße ;) )

  • Manuel Graf

    Ich glaub schon, dass das zumindest der Vorschlag von Designern war. Die Verdana ist ja jetzt keine total hässliche Schrift. Es gibt schlimmeres. Aber nicht viel -grins-

    Die Ikea-CD mag nicht die beste sein aber dsie funktioniert. Und ganz ehrlich. Eigentlich passt die Verdana im nachhinein garnicht so schlecht. Sie sieht so… Schwedisch aus :P

Leave a Reply